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Interview mit Internet-Pionier Thomas Schüpfer

von: Ursula Thomas-Stein, kategorie: Auf ein Wort!, datum: 20.11.2017

Thomas Schüpfer: Warum ich für die Digitalisierung brenne? Mich faszinieren Dinge auf der Welt, die die Menschheit vorwärts bringen, die uns das Leben erleichtern. Dazu gehört aus meiner Sicht auch die Digitalisierung. Diese verschafft den Menschen ungeahnte und neue Freiheiten und auch Möglichkeiten für die Zukunft. Selbstverständlich bietet sie auch viele Gefahren. Sie wird die Welt verändern wie früher einmal die Dampfmaschine und ich denke, dass die Digitalisierung sich im Grossen Ganzen positiv auf die zukünftige Welt auswirken wird.

Was fasziniert Sie persönlich so an der Digitalisierung?

Schüpfer: Sie bietet mir sehr viele neue Möglichkeiten. So kann ich beispielsweise auf der ganzen Welt arbeiten, wenn ich denn die Lust dazu hätte. Ich bin an keinen fixen Bürostandort mehr gebunden. Zudem kann ich dank der Digitalisierung viele interessante Menschen mit unterschiedlichen Backgrounds kennenlernen und mit ihnen tolle Projekte realisieren. Auch bringt mich die Digitalisierung weiter, da ich sehr viel Wissen aus den digitalen Medien entnehmen kann. Zudem fasziniert mich an der Digitalisierung der Grundgedanke, dass mittels Daten die Welt von morgen geschaffen werden kann. Die Globalisierung wird dadurch auch massgeblich verändert. Ganze Geschäftsmodelle werden hinterfragt und verändert. Die Digitalisierung ist wie ein Wald, in dem die alten Bäume gefällt werden, damit neue Bäume wachsen können.

Sie haben vor 20 Jahren erste Websites realisiert. Fühlen Sie sich als Digital Native?

Schüpfer: Nein. Als ich 1998 meine erste Firma, die 3W-PUBLISHING AG, gegründet habe, war ich bereits 24 Jahre alt – also im Erwachsenenalter. Man könnte mich per Definition also eher als Digital Immigrant bezeichnen. In diesen bald 20 Jahren habe ich jedoch sehr vieles erlebt und durchgemacht mit der Digitalisierung der Gesellschaft. In diesem Sinne könnte man mich vielleicht als Digital Native bezeichnen. Meine Kinder sind echte Digital Natives. Sie wachsen mit den digitalen Medien auf und sind Teil der digitalen Gesellschaft von morgen. Für sie ist heute bereits im Schulalter das Smartphone ein Wegbegleiter und vieles, was zu meiner Zeit noch klassisch auf Papier oder persönlich erledigt wurde, machen sie digital.


Warum fokussieren Sie sich heute auf B2B-Unternehmen?

Schüpfer: Technik, Maschinen, Gewichte, Tonnen, Produktion und Herstellung faszinieren mich seit je her. Industrielle Werke und ihre Geschichten beeindrucken mich, sie haben oftmals eine lange Tradition und Unternehmensgeschichte. Ich bewundere, wie da früher gearbeitet wurde, Teile und Maschinen hergestellt wurden und sehe auch, wie sich diese Unternehmen heute weiter entwickeln. Ich will Teil dieser Geschichte sein und durch mein Wissen die Menschen in diesen Unternehmen zu neuen Ufern führen und gemeinsam die Welt von morgen verändern. Aus diesem Grund arbeite auch direkt in Industrieunternehmen mit den Menschen und bilde ich mich auch laufend im technischen Bereich weiter.

Welchen Stellenwert haben Textinhalte für Sie bei der Content-Erstellung?

Schüpfer: Content ist Inhalt und zeigt heute und in Zukunft, mit wem ich es als Gegenüber zu tun habe. Es spielt daher keine Rolle, in welcher Form dieser Content aufbereitet und in welchen Medien er anzutreffen ist. Wie ich in der realen wie virtuellen Welt kommuniziere, so bin ich als Mensch. Diese Wahrhaftigkeit ist mir wichtig, egal ob im geschäftlichen oder privaten Umfeld. Es kommt darauf an, dem Gegenüber echte Mehrwerte zu bringen – gleich ob in Text, Bild und Ton.


Ihre Empfehlung für Industriebetriebe, die jetzt digital durchstarten wollen?

Schüpfer: Jetzt sind, wie gesagt, Visionäre gefragt. Als erstes: Eine klare, zukunftsweisende Vision erarbeiten und im Unternehmen etablieren. Zudem sich mit der Frage beschäftigen, „was mache ich und mein Unternehmen für die Menschheit“. Anschließend die passenden Unternehmenswerte auf die Vision und Mission entwickeln und schon ist die Basis für eine neue Unternehmenskultur der Zukunft geschaffen. Nun muss diese kontinuierlich im Unternehmen etabliert und gelebt werden. Digitalisierung bedeutet sich von althergebrachten Denk- und Handlungsweisen zu lösen und unter Umständen auch das gesamte Geschäftsmodell zu hinterfragen. Und das ist noch wichtig: Offen und mutig sein für die Zukunft!

 

Vielen Dank für das Gespräch, Thomas Schüpfer!

 

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Die virtuelle Realität im Blick: Thomas Schüpfer, CEO 3W-GROUP, Langenthal, Schweiz

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